Netzwerk 21 Kongress

Bundesweiter Fortbildungs- und Netzwerkkongress für lokale Nachhaltigkeitsinitiativen [www.netzwerk21kongress.de]





Essbare Stadt wirkt in Kassel [Netzwerk21Kongress]



Essbare Stadt e.V.


Essbare Stadt wirkt in Kassel



Zusammenfassung

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Das Projekt „Essbare Stadt“ - als gemeinnütziger Verein organisiert und 2009 gegründet - arbeitet an der Entwicklung einer lebendigen und produktiven Stadtlandschaft im Kontext von urban gardening. Die ehrenamtlichen Mitgliedern bündeln verschiedene Kompetenzen und Erfahrungen, die dazu beitragen die Vereinsziele zu realisieren: u.a. Förderung des Natur- und Umweltschutzes, der Umweltwahrnehmung und -bildung, des bürgerschaftlichen Engagements und der internationalen Gesinnung. Der Verein Essbare Stadt verbessert unabhängig und parteipolitisch neutral den lokalen Selbstversorgungsanteil sowie die Anpassungsfähigkeit der Stadt Kassel und ihres Umlandes an sich verändernde globale Bedingungen wie den Klimawandel.


Beschreibung der Aktivitäten



Mit viel ehrenamtlichem Engagement und Freude am Gärtnern und Vernetzen betreiben wir die Gründung und Pflege von Gemeinschaftsgärten, bieten Teilhabemöglichkeiten beim biologischen Gemüseanbau in der Stadt, pflanzen in den Stadtteilen Nuss- und Obstgehölze, pflegen alte Obstbaumbestände, vermitteln Baumpatenschaften, organisieren gemeinsame Ernte-, Saft-, Ein- und Kochmachaktionen, bieten einen monatlichen Stammtisch sowie bisweilen Filmabende, Workshops und Vorträge zum Thema an. Wir bedienen uns verschiedener innovativer Lernmethoden um bedürfnisgerechte Zugänge zu erreichen. Beispielsweise nutzen wir Methoden wie das Dragon Dreaming zur Visions- und Teamfindung und arbeiten auch mit künstlerischen Ansätzen wir der sozialen Plastik in Form eines Erdforums um bspw. das Thema Ernährungssouveranität und Ernährungsrat zu erschließen. Projektarbeit, Umwelterkundungen, Solidaritätsaktionen sowie Wahrnehmungs- uund Selbsterfahrungsmethoden, runde Tische und Foren gehören dazu um freiwilliges und selbst bestimmtem Engagement anzuregen. Das Wirken der Essbaren Stadt umfasst zur Ernährung, Umwelt & Gesundheit Schlüsselthemen wie Land- & Forstwirtschaft, Konsum & Lebensstile, Ressourcenschutz & Biodiversität, Regional- / Stadtentwicklung, Lokale Agenda 21, Globales Lernen und Eine-Welt-Partizipation, Energie & Klimaschutz, Bauen & Wohnen, Mobilität & Verkehr. Eine Vertiefung der Beziehung zu Natur, Tieren und Umwelt, vernetztes und vorausschauendes Denken sowie interdisziplinärer Vorgehen zur Förderung von Problemlösungsfähigkeit und zur Werteentwicklung trägt sich im Verein und dessen Projekten sowie Kontakten weiter. Indem wir die gesammelten Erfahrungen und eingeübten Praktiken der Essbaren Stadt wie Pflanzungen, Ernte, Weiterverarbeitung und Kochen exemplarisch in die Stadtgebiet mit seinen bestehenden Nachbarschaftseinrichtungen einbringen, schaffen wir neue Möglichkeiten und Angebote, die Klimaschutzpotentiale, eine lokale/regionale Nahrungsmittelproduktion und Ressourcennutzung ganzheitlich im Stadt(teil)geschehen integrieren. Durch die niederschwellige Etablierung neuer kooperativer Alltagsroutinen des klimafreundlichen/nachhaltigen Konsumverhaltens einzelner Haushalte in den Nachbarschaften sollen letzten Endes Treibhausgas-Emissionen dauerhaft reduziert werden. Aus unserer langjährigen Erfahrung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit rund um das Thema Ernährung und Urban Gardening haben wir die Erkenntnis gewonnen, dass in verschiedensten Bevölkerungsschichten durchaus ein breites und großes Bewusstsein für die Notwendigkeit des Umweltschutzes besteht sowie das Interesse mehr über Nahrung zu wissen. Es mangelt jedoch an wirksamen Anknüpfungspunkten für individuelle Handlungsmöglichkeiten, die prinzipiell jeder Bürger umsetzen könnte. Der Verein Essbare Stadt ist stetig dabei diese Handlungsansätze zu entwickeln und zu vermitteln, die es jedem Einzelnen ermöglichen diese Probleme konstruktiv zu überwinden, und mangelndem Wissen und fehlenden Geld entgegen zu wirken.


Inwieweit und wodurch konnten gesellschaftliche Gruppen oder Akteure neu für dieses Thema gewonnen oder einbezogen werden?



Der Verein erhält Anfragen von überregionalen Initiativen und lädt ebenfalls externe Referenten für Workshops etc. ein. Der Verein ist mit Informationsständen und Workshops in Stadteilzentren und Stadtteilfesten aktiv. Weiterhin werden Grünflächen erschlossen. Im Rahmen der documenta wurden vier Projekte realisiert, die Mitmach- und Bildungsaktivitäten beinhalteten. Dies u.a. in Kooperation mit Akteuren wie Studenten der Universität Kassel. Mit Beginn des Jahres widmete sich der Verein dem Flüchtlingen bspw. den Weg in die Selbsternte-Parzellen und Gemeinschaftsgärten zu erleichtern. Es fanden intern Weiterbildung und Austausch statt, bspw. mit dem NABU und dem OpenBarCamp des Freiwilligenzentrums in Kassel. Dazu neue Formate für Interessierte wie Projektzirkel und ständiger Dialog mit verschiedenen Akteuren und Medien. Neues Engagement entstand mit dem Familiennetzwerk Kasseler Osten, wobei ein Gemeinschaftsgarten weiterführend als außerschulischer Lernort gestaltet und genutzt wird.


Inwieweit und wodurch ist es gelungen eine öffentliche Wahrnehmung für das Thema zu erreichen?



Der Verein betreibt eine stetige Öffentlichkeitsarbeit mit einem Blog und Kalender aus seiner Webseite sowie wird ein Facebook-Profil gepflegt. Weiterhin schreiben die Mitglieder einzelne Artikel für die Stadtteilzeitungen sowie die lokale Presse. Bei Veranstaltungen zur Stadtentwicklung und den Wahlen bringen wir uns konstruktiv ein. Durch die breiten Kooperationen entsteht stetige Vernetzung. Es wird seitens der lokalen Presse auch über den Verein geschrieben und entsprechende Interviews geführt. Zudem kommen wir in Kontakt mit Studenten in Kassel und andernorts, die sich dem Thema wissenschaftlich widmen. Mit der Grünflächennutzung und vereinseigenen Veranstaltungen wie Workshops und Filme bietet der Verein stetige Anknüpfungspunkte für zur Wissensbildung, Partizipation und einem öffentlichen Diskurs.


Wie sollen die Aktivitäten in Zukunft weitergeführt werden?



Ein Gemeinschaftsgarten soll in das Netzwerk Biologische Lernorte Region Kassel integriert werden. Pilotprojekt mit Kindergarten zur Eigenversorgung. Regelmäßige Essbare-Stadt-Touren sind das Ziel, mit Kindern sowie Touristen. Der Bereich der Workshops und Bildungsangebote wird weiterentwickelt, sowie begleitende Informationsangebote und Öffentlichkeitsarbeit zu den Themenfeldern urbanes Gärtnern, Klima, Ernährung und nachhaltiger Konsum. Die Forschung über die Essbare Stadt mit den Universitäten ist voranzutreiben. Die Erprobung von Elektro-Lastenfährrader für Ernte- und Verteilungsfahrten steht an. Weiterhin wird es Neupflanzungen von Fruchtgehölzen und die Anlage neuer Parzellenflächen zum Gemüseanbau sowie einer Streuobstwiese geben. Gewinnung weiterer Mitwirkender verschiedener Milieus wie Migranten und Flüchtlinge. Zur Verstetigung trägt auch die digitale Projektlandkarte bei, die bspw. die verschiedenen Ernteorte und Klimabildungsorte erfasst.


Ergänzende Bemerkungen



Mit einer Auszeichnung und Förderung kann der Verein Essbare Stadt seine Vorhaben in den Nachbarschaften der Stadtteile bekannter machen und vermehren. Seitens der Erfahrungen im Verein ist damit zu rechnen, dass die Möglichkeit des Eigenanbaus und der Selbsternte als Steigerung von Lebensqualität wahrgenommen und weitergeführt werden. Der Bedarf hierfür ist insgesamt steigend. Zudem besteht ein starker Bedarf nach mehr Umweltbildung da entsprechende Akteure und Netzwerke rar sind.


weiterführende Informationen 

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